Sir Samuel Cunard (kyūnärd) 

Gründer der Cunard Line

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Geboren am 21. November 1787 in Halifax, Neuschottland, Kanada

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Gestorben am 28. April 1865 in Kensington, London, England

Kurzer Stammbaum der Familie Cunard 

diverse Schreibweisen des Namens (Kunders, Cunders, Conred, Conrad, Cunrad)

Thomas Kunders geb. 1653 in Crefeld Preußen (heute Krefeld) - 1677 Heirat mit Mag- dalena Theissen (später Tyson). Wegen Streitigkeiten während der Reformationskriege in Deutschland (Kunders war Mennonit/Quäker) erfolgte die Auswanderung in die USA.

Die Überfahrt erfolgte am 6. Juni 1683 mit dem Segelschiff Concorde - Ankunft in Phi- ladelphia am 16. August 1683 - Weiterreise zum neuen Wohnort Germantown in Penn-

sylvania

Henry Cunders (später Cunred/Conred) geb. 1689 in Germantown, Pennsylvania, 

Samuel Conred (später Conrad) geb. 1731 in Montgomery County, Pennsylvania, 

Abraham Conrad (später Cunrad/Cunard) geb. 1755 in Philadelphia, Pennsylvania, wanderte 1783 während der amerikanischen Befreiungskriege nach Nova Scotia, Ka- nada, aus.

Samuel Cunard geb. 21. Nov. 1787 in Halifax, Nova Scotia, Canada - Heirat am 4. Feb. 1815 mit Susanne Duffus. 9 Kinder: Edward * 1815, Mary * 1817, Susan * 1819,

Margaret Anne * 1820, Sarah Jane * 1821, Anne Elizabeth * 1823, William * 1825, Isa- bella * 1827, Elizabeth * 1828.

Cunard´s Haus in Halifax, Nova Scotia

Das Gebäude nach Umbauten heute

Samuel Cunard wurde als erster Sohn des Zimmermanns und Holzhändlers Abraham Cunard und seiner Ehefrau Margaret (geb. Murphy) geboren. Er hatte noch vier weitere Brüder: Joseph, Henry, Thomas und William. Schon als Jugendlicher demonstrierte Samuel Cunard bemerkenswerten geschäftlichen Scharfsinn. Mit 17 Jahren gründete er eine eigene Gemischtwarenhandlung. Nach der Übernahme des väterlichen Holzge- schäftes dehnte er die Firmeninteressen auf Kohle, Eisen und den Walfang aus. Heirat am 4. Februar 1815 mit Susan Duffus, sie hatten zusammen 9 Kinder

Im Jahre 1825 wurde Samuel Cunard von der East India Company zum Agenten für maritime Angelegenheiten ernannt. Er war zuständig für den Teetransport von China nach Canada. 1827 wurde Cunard Beauftragter seines Landes für die Einrichtung von Leuchttürmen an den Küsten von Nova Scotia. Gleichzeitig wurde er einer der Direk- toren der Cogswell Bank in Halifax. Beim 2. Halifax Regiment hatte er den Dienstgrad eines Oberst inne und war Mitglied der lokalen Feuerwehr.

Der Halifax Weekly Chronicle berichtete am 2. Juli 1830 in einer Geschäftsanzeige über eine neue Gesellschaft: CUNARD & SON, Agentur für Schiffsbeladung London- & Westindien Service.  Auf diese Weise wurde der Grundstein für die berühmte Cunard - Line gelegt. Samuel Cunard entwickelte effiziente Methoden zur Be- und Entladung der Schiffsfrachten. Bis zu seinem 27sten Lebensjahr transportierten seine 40 Schiffe !!! die Post zwischen Neufundland, Bermuda und Boston. 

1839 kauften Joseph und Samuel Cunard von Joseph Russell eine Schiffswerft in Bat- hurst. (Direktor: Joseph Cunard / Finanzier: Samuel Cunard). Durch eine Wirtschafts- kriese wurde die Werft 1848 geschlossen. Joseph Cunard verließ Miramichi 1850 und gründete in England (Liverpool) die Schiffsausrüster-Firma Cunard, Munn and Company [Commission Merchants]. Im Jahre 1855 wurde die Firma in Cunard, Wilson and Com- pany umbenannt. Joseph Cunard starb 1865 in Liverpool.

Samuel Cunard begann über  eine "Oze- aneisenbahn" nachzudenken, wo Schiffe so pünktlich und regelmäßig ankamen, wie Bahnzüge. Diese Idee wurde allgemein mit Verachtung aufgenommen. 1833 jedoch wurde der Dampfer „Royal William“ gebaut, die erste "Ozeaneisenbahn", um den Atlan- tik ganz mit Dampfantrieb zu überqueren.

Cunard war einer der Hauptaktionäre der Quebec & Halifax Steam Navigation Compa- ny. Seine Erfahrung mit dem Betrieb der „Royal William“ in Halifax, Quebec und Boston führte ihn dazu, der  britischen Regierung im Jahr 1839 ein Angebot  vorzulegen: Einen regelmäßigen Postdienst mit dem Dampfschiff von England in die USA. Cunard bot an, den Nordatlantic auch im Winter zu überqueren, in einer Jahreszeit also,  wo kein anderer Schiffseigner dazu gewillt war. Sein Gebot war erfolgreich. Um seinen Vertrag erfolgreich zu erfüllen, bat Cunard das Technikgenie Robert Napier um Hilfe, der zur damaligen Zeit für die Maschinenkonstruktionen einiger der besten und modernsten Schiffe bekannt war. Die von Cunard benötigte finanzielle Rückendeckung erhielt er von drei gestandenen Geschäftsleuten namens James Donaldson, George Burns und David Mc lver. Zusammen gründeten diese fünf Männer die "British and North American Royal Mail Steam Packet Company", der direkte Vorfahre der Cunard Linie. Die Gesellschaft baute vier Dampfschiffe und am 4. Juli 1840 ging das erste Schiff (die Britannia) von Liverpool aus in See.

 Samuel Cunard    Robert Napier     George Burns    James Donaldson  David MacIver

Original Unterschrift von

Sir Samuel Cunard

Der hölzerne Raddampfer Britannia benötigte 14 Tage und 8 Stunden für die Überfahrt nach Halifax, danach ging es weiter nach Boston. Auf dieser Reise waren Samuel Cunard und weitere 63 Passagiere an Bord.

Cunards Devise war: Sicherheit geht über Gewinn, also musste er stets die besten Schiffe und Mannschaften haben. Die Firmenpolitik trug maßgeblich zum Erfolg der Cunard Linie bei. Andere Schifffahrtslinien opferten Sicherheit für Geschwindigkeit, und dabei gingen oft genug Menschenleben verloren. Nicht ein einziges Menschenleben ging in den ersten 65 Jahren der Cunard Linie verloren – das erste Unglück war die Versen- kung der Lusitania im Jahre 1915 – 50 Jahre nach Samuel Cunard´s Tod.

Auf den Rat von Samuel Cunard wurde auch die Beleuchtung der Schiffe vorgenommen: Grünes Licht für Steuerbord, Rotes Licht für Backbord, Weißes Licht als Toplicht. Diese Norm für Schiffsbeleuchtung und Kennzeichnung gilt noch heute international.

Im Jahr 1859 wurde Samuel Cunard von Königin Victoria für seine Verdienste im Krim- krieg zum englischen Ritter (Baronet) befördert und durfte sich fortan Sir Samuel Cu- nard nennen. Bis 1860 hatte Cunard größere Flächen der Prince Edward Insel aufge- kauft und war der größte Grundbesitzer zur damaligen Zeit. Cunard war Mitglied des Kabinetts von Neu-Schottland und des gesetzgebenden Rates von Nova Scotia.

Am 28. April 1865 starb Sir Samuel Cunard im Alter von 78 Jahren in Kensington bei London (England) und wurde dort auf dem Bromptom Friedhof beigesetzt. 13 Jahre nach seinem Tod (1878) wurde die British and North American Royal Mail Steam Packet Company in eine Aktiengesell- schaft umgewandelt und firmierte seitdem als Cunard Steamship Ltd.   

(siehe auch Cunard History)

Am 7. Oktober 2006 wurde im Hafen von Halifax, Nova Scotia, Canada eine Bronze Statue von Sir Samuel Cunard aufgestellt.

 

Finanziert wurde dieses Monument von der Cunard Line Ltd. und The Halifax Foundat- ion. Die feierlichen Enthüllung erfolgte im Beisein von John Langley, Cunard Steam- ship Society; Jack Keith, President The Halifax Foundation; Alan R. Abraham, Vice Chairman The Halifax Foundation; Commo- dore Ronald Warwick, ex Master Queen Mary 2, Carol Marlow, President Cunard Line; Peter Bustin, Bildhauerr; Karen Old- field, CEO, Port of Halifax.

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(Foto © by Cunard Steamship Society)

    
Copyright ©  2007 by Heinz Nederkorn - Member of the Cunard Steamship Society, Nova Scotia Canada